Pressemeldung: Hilfsgüter für kurdische Flüchtlinge aus Kobani von der Türkei beschlagnahmt

Hilfsgüter für kurdische Flüchtlinge aus Kobani von der Türkei beschlagnahmt

Mit großem Engagement hatten die Mitglieder der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft Gießen e.V. vor einiger Zeit in Gießen und im hessischen Raum eine Sammelspendenaktion für kurdische Flüchtlinge aus Kobani gestartet. Zusammen kamen schließlich knapp 13 Tonnen Hilfsgüter, hauptsächlich Kleidung, Decken, Kinderwagen, Rollstühle sowie Babynahrung, die dringend gebraucht werden und mit einem Lkw auf die Reise geschickt wurden. Die Transportkosten in Höhe von 5.000,- EUR wurden ebenfalls durch Spenden finanziert.
Obwohl in den Papieren als Empänger ausdrücklich die Stadtverwaltung der kurdischen Stadt Suruc,
Provinz Sanliurfa, eine Nachbarstadt der wochenlang vom IS belagerten Stadt Kobani benannt war und
auch eine Zollerklärung und alle notwendigen Dokumente für diese humanitäre Hilfe beilagen,
verhinderten die Behörden nach Ankunft des Lkw in der Stadt Suruc, dass die Hilfsgüter abgeladen
werden. Die Stadtverwaltung Suruc erklärte sogar schriftlich gegenüber dem Türkischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main, bei dem sich die Deutsch-Kurdische-Gesellschaft Gießen e.V. als Absender der Sendung erneut identifizieren mußte, dass die Hilfsgüter dringend für die Flüchtlinge vor Ort gebraucht werden. Nachdem der Lkw mehrere Tage beim Zoll in Gaziantep und Sanliufa gewartet hat, wurde dann schließlich angeordnet die Hilfsgüter im stattlichen Depot in Sanliurfa abzuladen und somit nicht an die Empänger bzw. Hilfsbedürftigen verteilt.

Die Deutsch-Kurdische-Gesellschaft Gießen e.V. ist über diese willkürliche Vorgehensweise der
Behörden der Türkei sehr erbost und hat unter Mitwirkung von Rechtsanwälten vor Ort den Rechtsweg
eingeschlagen. Viele MitbürgerInnen haben hier in Gießen und Umgebung mit viel Einsatz und
Engagement diesen Spendenaufruf zu Hilfsleistungen für kurdische Flüchtlinge aus Kobani unterstützt, in dem festen Glauben, dass diese Hilfeleistung auch bei diesen hilfbedürftigen Menschen ankommt. „Es ist unverständlich und nicht akzeptabel, dass nach wie vor nachweisbar LKWs voller Waffenlieferungen an dubiose Gruppen in Syrien über die Grenze gebracht werden, aber humanitäre Hilfe für notleidende Menschen aus Kobani grundlos verweigert und unterbunden wird“, beklagt Murat Karaaslan, der Vorsitzende der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft Gießen e.V. „Hier ist die deutsche Regierung gefordert, sich zu diesen Vorgängen zu äußern.“

In Suruc, Grenzstadt zu Syrien, lebten zeitweise bis zu 400.000 kurdische Flüchtlinge aus Kobani, die
zum Teil noch in Zeltstädten untergebracht sind und auf Hilfe angewiesen sind. Die Infrastruktur der
Stadt Kobani ist durch den Krieg zu mehr als 80% zerstört. Sowohl die Zivilbevölkerung in Kobani aber
auch die Flüchtlinge aus der Region sind auf Hilfe angewiesen.
Die für die kurdischen Flüchtlinge in Suruc bestimmten Hilfsgüter aus Gießen wurden jedoch nach der
Ankunft in der Grenzstadt von Grenzbediensteten der türkischen Behörden unter dem Vorwand von
Sicherheitskontrollen beschlagnahmt und damit die Auslieferung an die Stadtverwaltung verhindert. Eine Erklärung der dortigen Verantwortlichen zu diesem Vorfall wurde trotz des dringenden Appells des
kurdischen Bürgermeisters der Stadt Suruc an die hierfür verantwortlichen Behörden hinsichtlich der
Dringlichkeit der Hilfsgüter für die notleidende kurdische Bevölkerung vor Ort bisher nicht abgegeben.
Ebenso erfolglos blieben mehrere Initiativen der Deutsch-Kurdischen Gesellschaft Gießen e.V., beim
türkischen Generalkonsulat in Frankfurt zur Klärung des Sachverhalts beizutragen und eine Auslieferung der an die Flüchtlinge aus Kobani bestimmten Hilfsgüter zu erreichen. Inzwischen konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die Behörden diese Hilfsgüter ohne Kenntnis und Zustimmung der Hilfeleistenden nach wochenlangem Hinhalten dem türkischen roten Halbmond in der Stadt Urfa übergeben haben. Somit sind diese Hilfsgüter in Buy Viagra den unberechtigten Besitz des türkischen Staates gelangt und zugleich ist die Hilfeleistung an kurdische Flüchtlinge verhindert worden.